Österreichische Nationalbibliothek

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Fotosammlung |
Bestand Raoul Korty

Autorin:
Margot Werner
Zur Person: Raoul Korty, der Mann, der in drei Zimmern die Weltgeschichte eingefangen hat

Raoul Korty wurde 1889 als Sohn einer jüdischen Bankiersfamilie in Wien geboren. Seiner Sammelleidenschaft frönte er seit frühester Jugend. Bereits im Alter von fünf Jahren sammelte Korty Fotografien von Familienbildern und Porträts der Prominenz des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Nach Absolvierung eines Kunststudiums diente Korty im Ersten Weltkrieg als einer der wenigen Bürgerlichen im Husarenregiment Nr. 5. Aus dieser Zeit stammt seine Leidenschaft für Militär und Monarchie, die sich auch in seiner Fotosammlung widerspiegelt. Seinem Vater galt der Bohemien Raoul, der als Sammler internationalen Ruf genoss, aber selten einer Erwerbstätigkeit nachging, als „Taugenichts“. Korty fotografierte auch selbst und war Teilhaber des Wiener Fotoateliers Georgette. Seine Sammelleidenschaft finanzierte er aber vor allem durch seine Arbeit als Journalist und durch den Verleih seines Bildarchivs an internationale Medien.
Nach dem „Anschluss“ 1938 rieten Freunde Korty dringend zu einer baldigen Emigration, er selbst unterschätzte aber die Gefahr. Überliefert ist sein Ausspruch „Ich habe den Rock des Kaisers getragen, da werde ich vor Hitler keine Angst haben.“
Zu Beginn des Jahres 1944 wurde er vermutlich nach einem Verrat von der Gestapo verhaftet, kurz darauf nach Theresienstadt deportiert und im Oktober 1944 nach Auschwitz überstellt. Korty erlebte die Befreiung des KZ Auschwitz im Jänner 1945 nicht, sein genaues Todesdatum ist unbekannt.

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