Österreichische Nationalbibliothek

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Fotosammlung |
Bestand Raoul Korty

Autorin:
Margot Werner
Provenienzforschung an der Österreichischen Nationalbibliothek: work in progress

In den Jahren 2002 bis 2003 führte die Österreichische Nationalbibliothek ein Projekt zur Erfassung von Objekten, die während der NS-Zeit geraubt wurden, durch. Entsprechend den Bestimmungen des Österreichischen Kunstrückgabegesetzes aus dem Jahr 1998 wurde die Herkunft von rund 450.000 im Zeitraum von 1938 bis ca. 1960 inventarisierten Büchern und Sammlungsobjekten geprüft. Das Ergebnis überraschte: Über 52.000 Einzelobjekte mussten als bedenkliche Erwerbungen eingestuft werden. Die Rechercheergebnisse wurden Ende des Jahres 2003 in einem umfangreichen Bericht zusammengefasst und der Kommission für Provenienzforschung übermittelt. Einer dieser vielen recherchierten Fälle sticht besonders heraus: die Fotosammlung des Raoul Korty. Zum einen auf Grund der Menge der beschlagnahmten Bilder, die auch noch im 21. Jahrhundert – genauso wie 1939 von der Gestapo eingeliefert – in den Magazinen lagerten. Zum anderen steht diese Sammlung stellvertretend für den konfliktbeladenen Umgang der Österreichischen Nationalbibliothek mit ihren Rückstellungsverpflichtungen in der Nachkriegszeit.
Mit Stand Ende 2021 hat die Österreichische Nationalbibliothek die Rückgaben der geraubten Werke zu 95 Prozent abgeschlossen. 49.591 Werke wurden restituiert, davon 8.363 Bücher im Jahr 2010, 2.255 Bücher im Jahr 2018 und 374 Kartenwerke 2020 mangels Vorbesitzernachweisen an den Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus. Alle Tranchen an erblosen Werken wurden von der Österreichischen Nationalbibliothek nach ihrer Restitution zurückgekauft.
Die Provenienzforschung an der Österreichischen Nationalbibliothek stellt weiterhin ein kontinuierliches und bereits institutionalisiertes Projekt dar. Abhängig von noch ausständigen Entscheidungen des Kunstrückgabebeirats zu weiteren Objektgruppen und neuen Forschungserkenntnissen werden Restitutionen zeitnah umgesetzt.

Margot Werner, Provenienzforscherin und Leiterin der Hauptabteilung

 

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